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Noten sind weder nützlich noch nötig

Neue wissenschaftliche Expertise bestätigt Waldorfpädagogik

(Stuttgart) – Eine aktuelle wissenschaftliche Expertise, die der Grundschulverband in Auftrag gegeben hat, stellt der Leistungsbeurteilung durch Zensuren, wie sie an einem Großteil der deutschen Schulen praktiziert wird, ein schlechtes Zeugnis aus. Die Waldorfschulen sehen sich durch diese Untersuchung in ihrer pädagogischen Praxis, die keine Ziffernnoten vorsieht, bestätigt.

Zensuren täuschen nur vor, objektiv und vergleichbar zu sein und den Leistungsstand von Schülern zu spiegeln. Der Aussagewert von Zensuren für zukünftiges Lernen ist gering; ja sie können sogar äußerst ungünstige Auswirkungen auf die Leistungsentwicklung der Schüler haben, da Noten zu den stärksten Auslösern von Schulangst gehören und damit Lernfreude und Leistungszuversicht blockieren. Zu diesen Ergebnissen kommt eine wissenschaftliche Expertise zum Thema „Sind Noten nützlich und nötig?“, die Professor Dr. Hans Brügelmann im Auftrag des Grundschulverbands an der Universität Siegen erstellt hat. Der aktuelle Forschungsstand belege, so der Grundschulverband, dass ein modernes Schulwesen mit Zensuren und Zensurenzeugnissen nicht zu haben sei. „Wir sehen die Praxis der Waldorfpädagogik, die seit Jahrzehnten ohne Zensuren auskommt und damit fantastische Erfahrungen hat, durch diese Untersuchung bestätigt“, sagt Klaus-Peter Freitag, Waldorflehrer und Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der Waldorfschulen in Nordrhein-Westfalen. Das gelte umso mehr, als Professor Brügelmann den Gutachtenzeugnissen, wie sie an den Waldorfschulen üblich seien, in seiner Expertise eine deutlich bessere Aussagekraft bezüglich der Einschätzung von Schüler-Leistungen zuerkenne als den Ziffernoten.

An Waldorfschulen gibt es nur Noten für Schulabgänger und in Abschlusszeugnissen. Die Qualität der ausführlichen Gutachtenzeugnisse bestehe darin, so Freitag, „dass die Stärken und Schwächen der Schüler charakterisiert werden und so gespiegelt wird, was sie tatsächlich leisten können.“ Dem gängigen Vorurteil, Zensuren seien notwendige Anreize für das Lernen und Voraussetzung für ein Bestehen in Studium und Beruf, hält Freitag auch die erfolgreiche Praxis in den Pisa-Sieger-Ländern Finnland und Schweden entgegen, wo Noten erst in den oberen Klassen erteilt werden. Dies wird durch die neue wissenschaftliche Expertise untermauert.
zk-cg

Über den Bund der Freien Waldorfschulen e.V.

Die deutschen Waldorfschulen haben sich zu einem Bund der Freien Waldorfschulen e.V. mit Sitz in Stuttgart zusammengeschlossen. Die föderative Vereinigung lässt die Autonomie der einzelnen Waldorfschule unangetastet, nimmt aber gemeinsame Aufgaben und Interessen wahr. Korporative Mitglieder sind derzeit 197 Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen sowie acht Seminare/Hochschulen für Waldorfpädagogik. Daneben gibt es rund 2.700 persönliche Mitglieder.
Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart eröffnet. Nach 87 Jahren Waldorfpädagogik gibt es heute weltweit über 900 Waldorfschulen sowie 2.000 Kindergärten und Förder-Einrichtungen.

Herausgeber:
Bund der Freien Waldorfschulen,
Thekla Walker,
Wagenburgstraße 6, 70184 Stuttgart
Tel. 0711-2104225 - walker@waldorfschule.de        

Redaktion:
Zeeb Kommunikation,
Anja Dowidat,
Hohenheimer Str. 58a, 70184 Stuttgart
Tel. 0711-6070719 – info@zeeb.info

 

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