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Die Einheitsschule ist längst Waldorf-Praxis

Waldorfpädagogen sehen ihre Schulstruktur durch PISA II bestätigt

(Stuttgart) – Bei der zweiten internationalen Schulleistungsstudie der OECD, Pisa II, haben die deutschen Schüler zwar etwas besser abgeschnitten, sind im weltweiten Ranking aber immer noch nur Mittelmaß. Rezepte, wie man eine Verbesserung der Schülerleistungen erreichen könnte, werden in Folge der jetzt veröffentlichten neuen Studie wieder heftig diskutiert. Immer mehr Experten und Politiker fordern in dem Zusammenhang die Abkehr vom dreigliedrigen Schulsystem. Die Waldorfschulen, die dieses Mal an der Untersuchung teilgenommen haben, praktizieren die zwölfjährige Einheitsschule längst mit großem Erfolg.

„Bei uns gibt es die zwölfjährige Einheitsschule seit Jahrzehnten, und sie ist eine zentrale Basis unseres Erfolges“, sagt der Geschäftsführer des Bundes der Freien Waldorfschulen, Walter Hiller. „Was jetzt von Politikern in Deutschland als notwendiger Schritt gefordert wird, praktizieren wir bereits seit 1919.“

Dass das schwache Leistungsniveau deutscher Schüler auch im dreigliedrigen Schulsystem begründet sein könnte, darüber sind sich immer mehr Bildungspolitiker und Experten einig. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) spricht sich dafür aus, sich auf ein längeres gemeinsames Lernen zu verständigen, ebenso führende Politiker der SPD und der Grünen. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulman sagte in einem Interview mit Spiegel online: „Wir müssen uns ernsthaft fragen, ob die frühe Auslese von Zehnjährigen nach der vierten Klasse der richtige Weg ist.“

Zudem spricht die Ministerin die Problematik an, dass es gerade Länder mit dreigliedrigem Bildungssystem nur unzureichend gelingt, Schülern aus sozialen Brennpunkten bessere Bildungschancen zu ermöglichen. Die Waldorfschulen ihrerseits kennen weder die Auslese nach sozialen Kriterien noch nach Begabung. „Unser Ansatz ist es, Schüler mit verschiedenen Talenten und Fähigkeiten individuell und ohne Auslese zu fördern“, erklärt Walter Hiller. Waldorfschüler würden gemeinsam unterrichtet, gleich ob sie einen Handwerksberuf oder ein Studium anstrebten. Das sei auch in den Pisa-Gewinner-Ländern die Maxime.

Dass Pisa eine grundsätzliche Debatte über das Bildungssystem in Gang bringt, sieht der Bund der Freien Waldorfschulen uneingeschränkt positiv. „Wir bringen gerne unsere Erfahrungen in die Bildungsdebatte ein“, sagt Walter Hiller – und spricht sich für ein gemeinsames Vorgehen aller mit Bildung befassten Institutionen aus.                zk-cg

 

Herausgeber: Bund der Freien Waldorfschulen, Walter Hiller, Wagenburgstraße 6, 70184 Stuttgart, Tel. 0711-2104225, hiller@waldorfschule.de

Redaktion: Zeeb Kommunikation, Anja Dowidat, Hohenheimer Str. 58a, 70184 Stuttgart Tel. 0711-6070719, info@zeeb.info

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