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Bund der Freien Waldorfschulen
kritisiert Referentenentwurf aus
Finanzministerium
Der am Dienstag bekannt gewordene
Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums, der die steuerliche
Absetzbarkeit von Schulgeldern vom Jahr 2011 an abschaffen will, stößt beim Bund
der Freien Waldorfschulen auf Unverständnis.
Henning Kullak-Ublick, Vorstand des Bundes der Freien
Waldorfschulen: „Bereits heute beteiligen sich Eltern, die ihre Kinder an eine
nichtstaatliche Schule schicken, uneingeschränkt an der Finanzierung des
öffentlichen Schulwesens. Da ihnen die deutsche Schulgesetzgebung - im Gegensatz
zu vielen europäischen Nachbarländern - aber zusätzlich erhebliche
Eigenleistungen aufbürdet, wenn sie von ihrem Recht auf freie Schulwahl Gebrauch
machen, werden sie doppelt zur Kasse gebeten.“
Der Referentenentwurf stelle, so Kullak-Ublick, ein
Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom September 2007 auf den Kopf. Dieser
hatte verfügt, dass der deutsche Fiskus auch Schulgelder für Privatschulen im
EU-Ausland als steuermindernd anerkennen müsse. Statt diese Vorgabe umzusetzen,
werde die - schon heute auf 30% der tatsächlichen Schulgelder begrenzte -
Abzugsfähigkeit der Schulgelder einfach ganz
gekippt.
Henning Kullak-Ublick: „Statt endlich die
Eigenverantwortung und pädagogische Vielfalt zu fördern, soll hier eine
zusätzliche Hürde errichtet werden, die es noch mehr Eltern erschweren würde,
von ihrem Recht auf eine freie Wahl der Schule Gebrauch zu machen. Die
pädagogische Initiative der freien Schulen darf nicht länger bestraft werden.
Vielmehr hat der Staat dafür zu sorgen, dass diese Schulen für Kinder aller
Bevölkerungsschichten uneingeschränkt zugänglich
sind.“
Von den 12,1 Mio. Schülern in Deutschland besuchten im
Jahr 2006 jeder 14. eine nichtstaatliche Schule (892.000). Deutliche
Unterschiede gibt es in den Ländern. Schlusslicht mit 3,3% ist
Schleswig-Holstein. Sachsen ist Spitzenreiter mit 12,1%. (Quelle: Stat. Bundesamt, Private Schulen
2006/2007)
Stuttgart, den 8. Mai 2008
Über den Bund der Freien
Waldorfschulen e.V.
Die deutschen Waldorfschulen haben sich zu einem Bund der
Freien Waldorfschulen e.V. mit Sitz in Stuttgart zusammengeschlossen. Die
föderative Vereinigung lässt die Autonomie der einzelnen Waldorfschule
unangetastet, nimmt aber gemeinsame Aufgaben und Interessen wahr. Korporative
Mitglieder sind derzeit 212 Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen sowie acht
Seminare/Hochschulen für Waldorfpädagogik. Daneben gibt es rund 1.900
persönliche Mitglieder.
Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart eröffnet.
Nach 87 Jahren Waldorfpädagogik gibt es heute weltweit über 1.000 Waldorfschulen
sowie 2.000 Kindergärten und Förder-Einrichtungen in allen Erdteilen, darunter
auch in Israel, Südafrika und Ostasien.
Herausgeber:
Bund der Freien
Waldorfschulen
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