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Buchvorstellung "Schule
ist bunt" in der interkulturellen Waldorfschule
Chancengleichheit
wird pädagogische Realität
Mit einer Feier hat die sozialintegrativ und interkulturell
arbeitende Waldorfschule am 20. November 2007 in Mannheim ihr Buch „Schule ist
bunt. Eine interkulturelle Waldorfschule im sozialen Brennpunkt“ der
Öffentlichkeit vorgestellt. In dem Buch werden die Ergebnisse einer
wissenschaftlichen Studie vorgestellt. Die Ergebnisse sind wirklich
beachtenswert: Kinder, die in Klasse eins in Deutsch noch
unterdurchschnittliche Kenntnisse hatten, liegen Ende der zweiten Klasse im
Durchschnitt.
Prominente Fürsprecher wie Professor Götz Werner, Gründer
der dm Drogeriemärkte und Ibrahim
Abouleish, Träger des alternativen Nobelpreises gaben der feierlichen
Buchpräsentation ihren Rahmen. Ibrahim Abouleish bezeichnete interkulturelle
Pädagogik als „eine gesellschaftliche Forderung unserer Zeit“. Götz Werner, der
sich von Anfang an für die einzigartige Schule stark gemacht hatte, betonte,
dass Integration auf „Sandkastenebene“ stattfinden müsse: „Kinder sind offen,
unverbildet und neugierig. Bei ihnen müssen wir anfangen“.
Genau das macht die interkulturelle Waldorfschule seit ihrer
Gründung im Jahr 2003 in der Mannheimer Neckarweststadt – einem Viertel mit
hohem Anteil von sozial benachteiligten Familien und Familien mit
Migrationshintergrund. Mindestens die Hälfte der 185 Schüler an dieser Schule kommt
aus zwölf verschiedenen Nationen.
Aufgrund sprachlicher Defizite sind viele Schüler zunächst
ängstlich, verschließen sich und entwickeln Lernschwächen. Nicht zuletzt dank
des speziell entwickelten Unterrichtsfaches „Begegnungssprache“ beginnen sie sich
im Laufe der Zeit zu öffnen. Dabei unterhalten sich die Schüler in ihren jeweiligen Muttersprachen – türkisch,
spanisch, russisch, polnisch und serbo-kroatisch. An diesem
begegnungssprachlichen Unterricht nehmen aber nicht nur die jeweiligen Muttersprachler
teil, sondern auch ihre Mitschüler, die sich für den Zeitraum von drei Jahren
für eine dieser Sprachen entscheiden. „Auf einmal sind die Kinder, die diese
Sprache als Muttersprache sprechen, die Könner, und das ist für sie noch nie da
gewesen“, erläutert Christoph Doll den positiven Effekt dieses Faches. „Diese Sprachbäder“, so Christiane
Hemmer-Schanze von der Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung
in München, die die Schule wissenschaftlich begleitet, „bringen mehr als jeder
Crashkurs“.
Es zeigt sich ganz deutlich, dass die Prinzipien der
Waldorfpädagogik beim Erwerb der Sprachkompetenz sehr wirksam sind.
Insbesondere die rhythmischen Elemente des Unterrichts – das Rezitieren von
Gedichten, das Singen von Liedern – üben einen sehr positiven Effekt auf die
Sprachentwicklung der Kinder aus. So konnten sich 90 Prozent der Kinder in der
Sprachentwicklung signifikant verbessern. „Hier wird Chancengleichheit
pädagogische Realität“, lautet das Fazit des Buches „Schule ist bunt!“, das die
Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung zusammenfasst.
Natürlich hat diese Veranstaltung ein entsprechendes
Medienecho hervorgerufen, auf das wir verlinken.
Südwestrundfunk SWR2 – Journal aus Baden-Württemberg,
21.11.2007 – 12.30 Uhr
Buchvorstellung „Schule ist bunt“ im Mannheimer Morgen vom
21.11.2007
Fernsehbeitrag zur Interkulturellen Schule: Format wmv, Qualität (normal | hoch)
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