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Steiner kommt nicht auf den Index

Bonn/Stuttgart (6.9.2007). Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) in Bonn hat den Antrag, zwei Schriften von Rudolf Steiner in die Liste der jugendgefährdenden Medien aufzunehmen nach der heutigen Anhörung abgelehnt. Die Ablehnung erfolgte mit der Auflage, dass die beanstandeten Schriften Rudolf Steiners bei Neuausgaben kommentiert werden sollen. Der Verlag hat angekündigt, dass ebenfalls die alten Ausgaben mit entsprechenden, eingelegten Kommentaren versehen werden sollen - mit der Kommentierung wurde bereits vor dem Indizierungsverfahren begonnen. 

Der Bund der Freien Waldorfschulen, der gebeten worden war, zu dem Vorwurf der Jugendgefährdung Stellung zu nehmen, begrüßt die Entscheidung. Wir möchten an dieser Stelle vor allem zu dem immer wieder aufgekochten Vorwurf Stellung nehmen, Inhalte und Praxis der Waldorfpädagogik seien rassistisch motiviert: 

  • Der Bund der Freien Waldorfschulen lehnt Rassismus in jedweder Form ab.
  • Die Erziehung im Sinne der von Rudolf Steiner begründeten Waldorfpädagogik lässt keinen Raum dafür, Menschen nach ihrer Abstammung oder Herkunft zu beurteilen, zu bewerten oder in einer sonstigen Art und Weise zu diskriminieren.
  • Die Waldorfschulen sehen sich bei der Wahrnehmung ihrer erzieherischen Aufgabe in der Pflicht, die Voraussetzungen für eine Gesellschaft zu schaffen, die auf dem solidarischen Zusammenleben aller Menschen, gleich welcher Hautfarbe, ethnischen oder kulturellen Zugehörigkeit, beruht.
  • Anthroposophie ist nicht Gegenstand des Unterrichts an der Waldorfschule; die Waldorfschulen sind ausdrücklich keine Weltanschauungsschulen.

Wissenschaftliche Untersuchungen haben unlängst bestätigt, dass an Waldorfschulen weder zur Anthroposophie erzogen wird noch eine heimliche Indoktrination erfolgt (Barz/Randoll, Absolventenstudie, 2007). Sowohl bei der Fremdenfeindlichkeit als auch beim Rechtsextremismus weisen Waldorfschüler im Vergleich mit Schülern aller anderen Schularten das allerniedrigste Niveau auf (Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen 2005).

Waldorfpädagogische Einrichtungen arbeiten erfolgreich in den verschiedensten Kulturen. Es gibt weltweit derzeit über 1200 Schulen, über 500 heilpädagogische Einrichtungen sowie 2500 Kindergärten insbesondere auch in Afrika, Ostasien und Südamerika sowie in Israel. Eine latente, erst recht eine offene rassistische Weltsicht wäre mit einer solchen Orientierung der Waldorfpädagogik absolut unvereinbar.

Für Rückfragen bzw. als Interviewpartner steht zur Verfügung: Bund der Freien Waldorfschulen, Thekla Walker, Tel. 0711-2104225.

Über den Bund der Freien Waldorfschulen e.V.

Die deutschen Waldorfschulen haben sich zu einem Bund der Freien Waldorfschulen e.V. mit Sitz in Stuttgart zusammengeschlossen. Die föderative Vereinigung lässt die Autonomie der einzelnen Waldorfschule unangetastet, nimmt aber gemeinsame Aufgaben und Interessen wahr. Korporative Mitglieder sind derzeit 208 Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen sowie acht Seminare/Hochschulen für Waldorfpädagogik. Daneben gibt es rund 2.700 persönliche Mitglieder.

Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart eröffnet. Nach 87 Jahren Waldorfpädagogik gibt es heute weltweit über 1000 Waldorfschulen sowie 2.000 Kindergärten und Förder-Einrichtungen in allen Erdteilen, darunter auch in Israel, Südafrika und Ostasien.

Herausgeber:
Bund der Freien Waldorfschulen
Thekla Walker
Wagenburgstraße 6
70184 Stuttgart
Tel. 0711-2104225
walker@waldorfschule.de

Redaktion:
Zeeb Kommunikation
Hohenheimer Str. 58a
70184 Stuttgart
Tel. 0711-6070719
info@zeeb.info

 

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