An Waldorfschulen gibt es die mit Abstand geringste Fremdenfeindlichkeit – und die geringste Anzahl von Gewalttätern
Die tendenziöse Vermischung verschiedener Ergebnisse einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts in Niedersachsen, KFN, mit einem Indizierungsverfahren des Bundesfamilienministeriums gegen angeblich rassistische Schriften Rudolf Steiners, wie sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.) vom 8.7.2007 verbreitet wurde, weist der Bund der Freien Waldorfschulen aufs schärfste zurück. Gerade die von der F.A.S. genannte KFN-Studie zeigt sehr deutlich, dass sowohl bei Fremdenfeindlichkeit als auch beim Rechtsextremismus Waldorfschüler das allerniedrigste Niveau aufweisen. Während 24,7 Prozent der Hauptschüler fremdenfeindlich und 9,5 Prozent rechtsextrem denken, liegen die Zahlen bei Gymnasiasten bei 8,3 bzw. 1,9 Prozent. Waldorfschüler indes sind nur zu 2,8 Prozent als fremdenfeindlich und zu 1,2 Prozent als rechtsextrem einzustufen. Der Leiter des Instituts, Professor Dr. Christian Pfeiffer, unterstreicht diese Tatsache in seinen Vorträgen zu dieser Studie immer wieder sehr deutlich und bewertet sie als klares Indiz für einen engagierten Einsatz der Waldorf-Pädagogen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Der Indizierungsantrag gegen zwei Bände der Rudolf Steiner Gesamtausgabe bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wurde von dem betroffenen Rudolf Steiner Verlag in Dornach scharf zurückgewiesen. Es handelt sich um den schon verschiedentlich zurückgewiesenen Vorwurf, an Waldorfschulen sei die angeblich rassistische Lehre Steiners Unterrichtsinhalt. Der Antrag hat jedoch keine Aussicht auf Erfolg, da er sich ausschließlich auf zwei wenig fundierte Stellungnahmen von Personen stützt, die dafür nicht durch entsprechende Qualifikationen ausgewiesen sind. „Jedenfalls haben diese Vorwürfe nichts mit der Alltagswelt der Waldorfschulen zu tun“, so Professor Pfeiffer. Eines der wesentlichen Ergebnisse der KFN-Studie ist jedoch, dass es trotz einer unter dem Durchschnitt liegenden Zahl von Tätern an Waldorfschulen eine erhöhte Zahl von Kindern und Jugendlichen gibt, die sich selbst als Opfer von einfachen Körperverletzungen einordnen. Dabei dürfte eine besonders große Rolle spielen, dass Waldorfkinder überproportional häufig aus Haushalten kommen, bei denen sich die Eltern getrennt haben. Dazu Professor Pfeiffer: „Die Waldorfschulen haben es im Vergleich mit den Gymnasien häufiger mit familiär belasteten Kindern zu tun, die ihre Probleme dann nicht selten als Mehrfachtäter von Körperverletzungen ausagieren.“ Es handelt sich dabei um schultypische Formen von Gewalt, wie zum Beispiel Schlagen und Treten. Der Anteil der Schüler an Waldorfschulen, die schon einmal durch Gewalttaten wie schwere Körperverletzung, Raub, Erpressung oder Bedrohung mit Waffen auffällig wurden, liegt aber weit unter dem Durchschnitt. Fazit: Bei den insgesamt gezählten Gewaltopfern liegen die Ergebnisse der Waldorfschulen auf dem Durchschnittsniveau aller Schulen. Sie haben zudem die niedrigste Täterquote aller Schularten vorzuweisen. Zur Frage von Fremdenfeindlichkeit, Machogesinnung und rechtsextremistischer Gesinnung zeigen die Ergebnisse der Studie für die Waldorfschulen sensationell gute Ergebnisse. Das passt zu einem weiteren Ergebnis der Studie: Nach der Einschätzung des sozialen Klimas befragt, zeigte sich, dass nur wenige Waldorfschüler von einem Gewalt geprägten Schul- bzw. Klassenklima berichten, und dass nur wenige den Eindruck haben, die Lehrer hätten kein Interesse an den Schülern bzw. sie griffen bei Gewalt nicht ein. Über den Bund der Freien Waldorfschulen e.V. Die deutschen Waldorfschulen haben sich zu einem Bund der Freien Waldorfschulen e.V. mit Sitz in Stuttgart zusammengeschlossen. Die föderative Vereinigung lässt die Autonomie der einzelnen Waldorfschule unangetastet, nimmt aber gemeinsame Aufgaben und Interessen wahr. Korporative Mitglieder sind derzeit 208 Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen sowie acht Seminare/Hochschulen für Waldorfpädagogik. Daneben gibt es rund 2.700 persönliche Mitglieder. Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart eröffnet. Nach 87 Jahren Waldorfpädagogik gibt es heute weltweit über 1000 Waldorfschulen sowie 2.000 Kindergärten und Förder-Einrichtungen in allen Erdteilen, darunter auch in Israel, Südafrika und Ostasien. Herausgeber: Bund der Freien Waldorfschulen Thekla Walker Wagenburgstraße 6 70184 Stuttgart Tel. 0711-2104225 walker@waldorfschule.de Redaktion: Zeeb Kommunikation Angelika Mathes Hohenheimer Str. 58a 70184 Stuttgart Tel. 0711-6070719 info@zeeb.info
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