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Die Waldorfschulen haben „gläserne Taschen“

Freie Schulen leisten bedeutenden pädagogischen und ökonomischen Beitrag

Stuttgart/Berlin, 11. Juli 2007. In ihrer Jahrespressekonferenz haben der Bund der Freien Waldorfschulen und das Institut für Bildungsökonomie den Bericht über die Lage der Freien Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen und ihre ökonomischen Perspektiven vorgelegt.

Die Freien Waldorfschulen legen als einzige Schulgruppe regelmäßig anhand ihrer Gesamtjahresbilanz ihre wirtschaftliche Lage offen. Damit können sie genau nachweisen, was die Ausbildung jedes einzelnen Schülers kostet.

Mit der vorgelegten Bilanz für 2005 konnte Dr. Benediktus Hardorp vom Institut für Bildungsökonomie interessante Fakten aufzeigen: Indem die öffentliche Hand für Schulen in freier Trägerschaft weniger aufwendet als für öffentliche Schulen, spart sie rund zwei Milliarden Euro pro Jahr. Die Freien Schulen erhielten 2005 im Durchschnitt 3.646 Euro Finanzhilfe pro Schüler und Jahr, wohingegen sich die Schülerkosten an staatlichen Schulen auf durchschnittlich 6.622 Euro beliefen (siehe auch die Studie von Helmut E. Klein: Privatschulen in Deutschland, Regulierung – Finanzierung – Wettbewerb, IW-Analysen Nr. 25, Köln 2007).

„Diese enorme jährliche Ersparnis führt aber nicht etwa dazu, dass der Staat das freie Schulwesen fördern würde“, wundert sich Hardorp, „im Gegenteil werden den Freien Schulen eher Steine in den Weg gelegt.“ Die tatsächlichen Kosten eines Waldorfschülers belaufen sich über alle Schulstufen auf 5.602 Euro jährlich – die offensichtliche Finanzierungslücke muss größtenteils über Elternbeiträge gedeckt werden.

Die Elternbeiträge machen mit 134 Millionen Euro gut ein Viertel der Gesamteinnahmen von 518 Millionen aus. Lediglich 319 Millionen Euro oder 62,3 Prozent der Gesamteinnahmen beträgt die Regelfinanzhilfe des Staates, hinzu kommt noch 35 Millionen Euro (5,5 Prozent) Baufinanzhilfe.

Mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts, nach der Freie Schulen unabhängig von der Einkommenslage der Eltern für alle Kinder zugänglich sein sollen, lässt sich die Erhebung von Schulgeld über 100 Euro pro Monat kaum vereinen. Daher machen sich die Waldorfschulen schon lange für das momentan vieldiskutierte Modell des Bildungsgutscheins stark.

Ungeachtet der oft schwierigen Ausgangslage für Schulgründungen – staatlich gefördert werden die neuen Schulen erst nach einer mehrjährigen „Bewährungsphase“ – wurden auch in diesem Jahr neue Waldorfschulen in den Bund aufgenommen. Damit vertritt der Bund 208 Schulen; weltweit gibt es über 1.000 Waldorfschulen. Bei den Neugründungen handelt es sich ausschließlich um Elterninitiativen. „Mehr Schulen brauchen mehr Lehrer“, erläutert Hartwig Schiller vom Vorstand des Bundes, „und so bleibt die Qualifikation der Lehrerinnen und Lehrer unsere große Herausforderung.“ Über 85 Prozent der Waldorflehrer sind doppelt qualifiziert und verfügen sowohl über eine staatliche als auch über eine postgraduale waldorfpädagogische Ausbildung.

Über den Bund der Freien Waldorfschulen e.V.

Die deutschen Waldorfschulen haben sich zu einem Bund der Freien Waldorfschulen e.V. mit Sitz in Stuttgart zusammengeschlossen. Die föderative Vereinigung lässt die Autonomie der einzelnen Waldorfschule unangetastet, nimmt aber gemeinsame Aufgaben und Interessen wahr. Korporative Mitglieder sind derzeit 208 Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen sowie acht Seminare/Hochschulen für Waldorfpädagogik. Daneben gibt es rund 2.700 persönliche Mitglieder.

Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart eröffnet. Nach 87 Jahren Waldorfpädagogik gibt es heute weltweit über 1000 Waldorfschulen sowie 2.000 Kindergärten und Förder-Einrichtungen in allen Erdteilen, darunter auch in Israel, Südafrika und Ostasien.

Herausgeber:

Bund der Freien Waldorfschulen
Thekla Walker
Wagenburgstraße 6
70184 Stuttgart
Tel. 0711-2104225
walker@waldorfschule.de  

 
Redaktion:

Zeeb Kommunikation
Angelika Mathes
Hohenheimer Str. 58a
70184 Stuttgart
Tel. 0711-6070719
info@zeeb.info

 

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