Bilder von Schuelern

Wie die Schule für die Kinder reif wird

Die Entwicklung der Kinder verläuft heute viel individueller, so dass in größerem Umfang heterogene Lebenszugänge in Gruppen notwendig werden. Schulpflichtig werdende Kinder, z.B.  Sechsjährige, sind heute intellektuell oft auffallend wach. Während ihr Weltverständnis stark ausgeprägt ist, kann ihre soziale Reife, Kraft und Ausdauer damit aber nicht immer Schritt halten. Bei der Bewertung von Fähigkeiten, die in der Schule erforderlich sind, besteht  die Versuchung, die intellektuelle Reife höher als die sonstige Entwicklung zu bewerten und dadurch statt zu einer ausgewogenen Vielfalt der kindlichen Erfahrungsfelder zu ihrer Vereinseitigung beizutragen. Angesichts der wachsenden zivilisatorischen Herausforderungen an die kindlichen Lebenskräfte kommt es gleichwohl immer mehr auf diese Vielfalt der Möglichkeiten an, sich die „Welt zu eigen“ zu machen, wie dies Kindergarten und Schule in unterschiedlicher Weise und einander ergänzend leisten können.

Das Lernen mit „Herz, Hand und Hirn“ ist also kein Luxus, sondern eine der wesentlichen kulturellen Herausforderungen unserer Zeit. An vielen Waldorfschulen gehört daher eine schulärztliche Praxis zu ihrem Selbstverständnis: Lehrer, Erzieher, Schularzt und Therapeuten bilden in enger Zusammenarbeit mit den Eltern ein pädagogisches Team, das sich darum bemüht, die leibliche, seelische und geistige Entwicklung der Kinder und Jugendlichen individuell zu fördern. Die Lehrpläne und Unterrichtsinhalte sollen diese Entwicklung fördern und werden daher immer wieder neu reflektiert und weiterentwickelt.

>> weiter