Lehrerausbildung in Deutschland

Witten/Annen Institut für Waldorf-Pädagogik

Zulassungsvoraussetzungen

Die Zulassungsbedingungen sind die allgemeine Hochschulreife, die fachgebundene Hochschulreife oder der Nachweis einer gleichwertigen Vorbildung.

Studiengänge

Studiengang zum Waldorfklassenlehrer mit zusätzlicher Fachqualifikation in einem der Fächer „Arbeit, Recht, Verwaltung - Sozialkunst", Eurythmie, Fremdsprachen, Gartenbau, Heil-/Sonderpädagogik (in Kooperation mit dem Institut für Heilpädagogische Lehrerbildung), Handarbeit, Handwerk und Bildende Kunst, Musik, Theaterpädagogik. Dauer des Studiums: 4 bis 5 Jahre.

Studiengang zum Eurythmisten mit pädagogischer Qualifikation. Dauer: 4 bis 5 Jahre

Auf Grundlage der Verordnung über die Ersatzschulen (ESchVO) in NRW § 6 Abs. 2 b) erhalten Absolventen der Waldorfklassenlehrerbildung am Institut für Waldorf-Pädagogik eine vorläufige Unterrichtsgenehmigung für die Klassen 1 bis 8 an Waldorfschulen.

Ein erfolgreicher Studienabschluss nach der seit 1994 gültigen Studienordnung am Institut gilt somit als Nachweis der Befähigungen, Kenntnisse und Fähigkeiten gemäß § 61 Abs. 6 SchulG.

Das Institut für Waldorf-Pädagogik ist als Einrichtung zur Lehrerbildung im tertiären Bereich anerkannt, wie zuletzt 2005 durch das Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen bestätigt, und damit berechtigt am Sokrates-Erasmus-Programm der EU teilzunehmen.

Forschung

Die Forschung wird in Form von Forschungsprojekten der Dozenten und in Zusammenarbeit mit anderen Persönlichkeiten entwickelt und durchgeführt.

Qualitätssicherung und -entwicklung

Externe Evaluation

  • Durch den Ausbildungsrat des Bundes der Freien Waldorfschulen, der Witten/Annen in regelmäßigen Abständen besucht und regelmäßig schriftlich über den Entwicklungsstand der Ausbildung informiert wird.
  • Durch den Aufsichtsrat des Instituts für Waldorf-Pädagogik, dem zu den Sitzungen ein Bericht zur Ausbildungs- und Finanzierungslage des Instituts vorgelegt wird (5- bis 6-mal jährlich).
  • In einzelnen Fachbereichen durch externe Gutachter anderer Lehrerbildungseinrichtungen und Hochschulen, zuletzt im Fachbereich Musik.

Interne Evaluation

  • In der Konferenz jeweils am Ende eines Trimesters; protokolliert.
  • In der 2-tägigen Klausur der Konferenz im November jeden Jahres.
  • In der 5-tägigen Planungs-Konferenz im Februar/März jeden Jahres.
  • In den einzelnen Kursveranstaltungen gemeinsam mit den Studierenden am Ende eines Kurses in Gesprächsform und/oder anhand eines Evaluationsbogens.
  • Etwa alle 2 Jahre gemeinsam mit allen Studierenden; schriftlich dokumentiert.

Ausstattung

Außer den Seminarräumen, der Bibliothek und dem Computerarbeitsraum gibt es:

  • Räume für Eurythmie,
  • Ateliers für Malen, Plastizieren, Bildhauerei und Schnitzen,
  • eine Schmiede für Eisenschmieden und Kupfertreiben,
  • eine Schreinerei,
  • eine Gärtnerei. Die Schreinerei und Gärtnerei sind sowohl in die Lehrerbildung integriert als auch eigenständige Ausbildungsbetriebe.

Ein Erweiterungsbau wird zusätzlichen Raum bieten für Bibliothek, Computerarbeitsplätze, Stillarbeit und Seminare (Fertigstellung Sommer 2009).

Verwaltung/Finanzierung

Die Lehrerbildung wird in Selbstverwaltung organisiert und durchgeführt. Rechtsträger ist Witten/Annen Institut für Waldorf-Pädagogik e.V.

Der Konferenz obliegt die pädagogische Leitung des Instituts für Waldorf-Pädagogik. Der Vorstand führt die täglichen Geschäfte des Vereins. Er hat bei seiner Tätigkeit die Beschlüsse der Konferenz zu beachten. In den Vorstand wählbar sind nur Mitarbeiter des Instituts, die der Konferenz angehören.

Der Aufsichtsrat berät, fördert und begleitet die Führung der Geschäfte des Instituts durch Konferenz, Vorstand und den oder die Geschäftsführer.

Als Unterabteilung des Vereins betreiben die Studenten des Instituts für Waldorf-Pädagogik einen Hilfsfonds zur Unterstützung der Kommilitonen, die wirtschaftlich hilfsbedürftig sind (Studentengemeinschaft). Der Haushalt wird durch Mittel aus dem Haushalt des Bundes der Freien Waldorfschulen, durch Studiengebühren sowie durch Spenden finanziert.

Aktuelle Entwicklungen

Das Institut für Waldorfpädagogik arbeitet zurzeit an einer Neugestaltung des Studiums. Grundlage ist das Konzept "Duale Ausbildung in Seminar und Schule". Das Studium soll künftig von 4 auf 5 Jahre erweitert werden.

Leitideen des neuen Konzepts sind:

  • Nähe der Ausbildung zum Kind, Nähe der Schule zu Forschungs- und Entwicklungsvorhaben.
  • Ausbildung von Lehrerkompetenzen anhand der stetig zunehmenden Verantwortung.
  • Wechsel und gegenseitige Befruchtung von Phasen mit den Schwerpunkten Handeln und Reflektieren (Ausbildungsort = Arbeitsort = Schule) mit Phasen der zweckfreien inhaltlichen Durchdringung und Ideal-Bildung mit den Schwerpunkten Erkennen und Entwickeln (Studienort = Seminar = Welt).
  • Verantwortliche Zusammenarbeit zwischen Seminar und Schule als Ausbildungsorte u. a. in den Feldern Anthropologische Grundlagen der Waldorfpädagogik, Grundlagen und Didaktik/Methodik eines Faches und der Lernbereiche Sprache, Kulturkunde, Naturkunde, Mathematik und Künste als Lehrerbildungsmittel.
  • Module lösen die bisherigen Organisationsparameter (Lehrveranstaltungen, Lernbereiche, Fächer) ab.

Witten-Annen
Institut für Waldorfpädagogik
Annener Berg 15
58454 Witten/Ruhr
Fon 02302-9673-0
Fax 02302-68000
www.wittenannen.net
info@wittenannen.net

Ansprechpartner

Frau Wachowski-Nötzel (Sekretariat)
Frau Weiß (Sekretariat)