Herbsttagung 2011

Grenzerlebnisse des Ich – Kunst und Meditation als Kraftquelle der Pädagogik

Donnerstag, 27. Oktober bis Sonntag, 30. Oktober 2011
Waldorfschule Uhlandshöhe, Stuttgart

Grenzerlebnisse gehören zur alltäglichen Erfahrung von Eltern und Lehrerinnen/Lehrern: Grenzen, die Kinder und Jugendliche durch ihr Verhalten überschreiten und austesten, Grenzen der eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten. Das Gefühl der Überforderung kann zu einem andauernden Zustand werden, weil sowohl die Arbeit als auch die Erwartungen und Ansprüche unbegrenzt erscheinen. Fachliche Vorbereitung und wissenschaftliche Reflexion bilden wichtige Elemente der eigenen Bemühungen um Qualität. Weiterhin kennen wir Erfahrungen, die unsere Lebenskräfte erneuern. Das können einzelne Erlebnisse sein, Begegnungen mit anderen Menschen oder die Begeisterung für neue Entdeckungen. Zum Glück werden wir immer wieder durch solche kraftspendenden Ereignisse beschenkt. Insbesondere die pädagogische Arbeit mit jungen Menschen bietet auch vielfältige Möglichkeiten der inneren Schulung und Selbsterziehung, die uns anregen, über unsere Grenzen hinaus zu wachsen. Es sind vor allem die Elemente von künstlerischer Tätigkeit und meditativer Vertiefung, die wir im Zusammenleben mit Kindern und Jugendlichen als beständige Kraftquellen erschließen können.
Die Tagung gliedert sich in fünf Bereiche, die sich gegenseitig ergänzen:
Den Rahmen bilden ein Eröffnungs- und ein Abschlussvortrag im Plenum. In den Darstellungen von Florian Osswald und Henning Kullak-Ublick werden die wesentlichen Gesichtspunkte des Tagungsthemas eingeführt bzw. am Ende der gemeinsamen Arbeit zusammengefasst und abgerundet.
Zwei Morgenvorträge von Claus Peter Röh und Peter Loebell richten den Blick auf die zwei besondere Schulungselemente: Die Begegnung mit den Kindern und die Erfahrung der eigenen Meditation. Diese Themen werden anschließend in Gesprächsgruppen behandelt, so dass die Zuhörer sich über ihre eigenen Fragen und Erfahrungen dazu austauschen können. (Beide Vorträge werden durch gemeinsames Singen im Plenum eingeleitet.)
In zwei Abendvorträgen werden die Quellkräfte der bildenden Kunst und der Sprachgestaltung behandelt und durch künstlerische Darbietungen dargestellt.
Drei Mal haben die Tagungsteilnehmer Gelegenheit, gemeinsam in künstlerischen Gruppen zu üben.
Die beiden Nachmittage von 14:30 bis 18:30 Uhr sind den themenzentrierten Arbeitsgruppen und der Arbeit der Fachtagungen vorbehalten.

Peter Loebell

Zeitgleich und in engem Zusammenhang mit der Tagung finden die Fachtagungen Eurythmie, Fremdsprachen, Handarbeit, Religion und Sport statt. Die Anmeldung hierzu läuft zusammen mit der Anmeldung für die allgemeine Herbsttagung.

Empfohlene Literatur:
R. Steiner, Pädagogik und Kunst, Stuttgart, 25.3.1923 in GA 34a
A. Zajonc, Aufbruch ins Unerwartete, Verlag Freies Geistesleben
M. Schuchhardt, Apollo und Dionysos, Pädagogische Forschungsstelle